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Religiöse Glaubenswerte sind für Menschen fundamental

Christlicher Glaube und moralische Werteeinstellung stiften zentrale Orientierung          

Obwohl für das heutige Individuum der Grundsatz „aus Einheit zur Vielfalt“ gilt, verleiht nach wie vor das innere Bedürfnis „aus Vielfalt zur Einheit“ fundamentalen Lebenssinn.  

Religion und GlaubeDigitalisierung, Industrialisierung, Globalisierung und der moderne Mensch als gesellschaftliches Individuum. Wohin führt diese neue Welt den heutigen Menschen? Hat er in seinem unermüdlichen Streben nach Erlebnis, Erfolg und Selbstentfaltung im Wirrwarr der Komplexität einer rasanten Schnelllebigkeit des digitalen und technologischen Umbruchs nicht bereits den Überblick über sein eigenes Leben verloren, vor allem die Herrschaft über sich selbst und seine Gefühle?

Schaut man sich das Leben des heutigen Menschen an, ist es in Anpassung an diese Entwicklungen von kurzlebigen, eher instabilen Beziehungen und einer hohen Mobilität gekennzeichnet, die ihn wie einen Nomaden rund um den Globus ziehen lässt. In vielen Fällen geschieht das heute natürlich auch berufsbedingt. Dieses Phänomen geht mit erschwerten Lebensbedingungen einher und erfordert eine kontinuierliche Neudefinition der eigenen Individualität sowie auch eine Identitätsfindung im Rahmen neuer, teils widersprüchlicher sozialer Gesellschaftsstrukturen.

Im Konflikt zwischen Freiheit, Erlebnis, Stabilität und Sicherheit verschwimmt der Alltag in der Ungewissheit neuer, unbekannter Horizonte. Obwohl die Menschen ein abwechslungsreiches Leben führen und jeden Tag viele neue Dinge entdecken, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen in Berührung kommen und interessante Erfahrungen machen, vollzieht sich am Ende doch alles emotionslos im Zuge einer konsumgeprägten, überladenen Einförmigkeit. Obwohl der individuelle Erlebnis- und Besitzwert heute weitaus höher liegt, erliegen die Menschen den unzähligen Einflüssen ihrer Gefühle und Eindrücke in Form einer emotionalen und sozialen Gleichschaltung. Und genau das lässt enorme soziale und menschliche Defizite entstehen.

Trotz des geistigen und materiellen Reichtums fehlt es vielen Menschen heute an Glück und Zufriedenheit. Gesundheit, Nahrung und Wohnung sind zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Stattdessen streben Menschen in ihrem Anspruchsdenken kontinuierlich nach neuen Höhepunkten individueller Erlebniswerte auf materieller, partnerschaftlicher und sozialer Basis, die sie von der Norm abheben. Dabei folgen sie keinen bestimmten Grundregeln, sondern ausschließlich ihrem eigenen Denken und Willen, getrieben von Eigennutz und Selbstverwirklichung.

Der moderne Mensch lebt sein eigenes Leben aus freien Stücken auf der Suche nach Erfolg, sozialer Anerkennung und vor allem Lebenssinn. Auch sein Glaube und seine Werte richten sich nach dem Verständnis seiner eigenen Auffassung. Religiöse Sinnstiftung auf Basis christlicher Wertevorstellungen mit konventionellem Charakter in Form von Regeln, Grenzen, Verpflichtungen und Verantwortung im Bunde einer Glaubensgemeinschaft ist dem subjektiven Glauben gewichen.

Glaube als Wert, als Sinnstifter für Orientierung und Halt, ist seit Beginn der Menschheitsgeschichte ein natürliches Grundbedürfnis. Selbst das heutige Individuum – der moderne Mensch – kann ohne Glauben nicht leben. Glaube verleiht Motivation, Kraft und Lebenswillen. Für das Individuum ist Glaube allerdings primär für die Identitätsfindung in seinem schnelllebigen, komplexen Umfeld relevant. Auch um anderen Menschen Nächstenliebe, Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Rücksicht entgegenzubringen, bedarf es keiner institutionellen Glaubensmoral oder einer christlichen Prägung.

Vor diesem Hintergrund stellt sich jedoch die Frage, welche zentralen Orientierungswerte die zunehmend auseinanderklaffenden Individuen zusammenhalten und ihnen trotz ihrer individuellen Lebensführung Sicherheit und Halt geben kann. Individuelle Glaubensgesinnungen, die sich auf die Vernunft und Logik des Einzelnen stützen und nach eigenen Anschauungen gelebt werden, mögen zu Erfahrungswerten führen, die das heutige Individuum in diese Richtung führen, aber so weit wie mit den traditionellen Glaubenswerten aus dem Christentum wird dieser Weg am Ende nicht führen.

Obwohl das heutige Individuum identitätsstiftenden Grundsätzen folgt, die sich auf seine Überzeugung „aus Einheit zur Vielfalt“ stützen, bleibt seine Identität nach dieser Lebensgesinnung dennoch fragmentarisch, da ihm dieser Glaubensgrundsatz keinen wirklichen Lebenssinn verleihen kann. Denn in seiner fortbestehenden Eigenschaft als Individuum wird er dadurch keine zentrale Orientierung finden und folglich auch keine Sicherheit erlangen.

Auch der heutige Mensch braucht ein festes Fundament, das ihm Sicherheit gibt und vor allem eine fundamentale Orientierung für seine Entscheidungen und Lebensgrundlage darstellt. Dieses Fundament muss stark und fest sein, damit es den Menschen sicher durch sein Leben führen kann. Ohne dieses Fundament kann auch das heutige Individuum keine Grundlage für die weitere Entwicklung und Entfaltung schaffen.

Hingegen schafft ein Mensch mit der grundsätzlichen Bereitschaft, sich den Offenbarungen Gottes von Weisheit, Güte und Barmherzigkeit zu unterziehen, ein wichtiges Lebensfundament – einen ganz bestimmten Ort, an dem er Ruhe, Frieden und Sicherheit findet. Einen Ort, an dem er fest stehen, die Welt betrachten, bewegen und nachhaltig durch sein Zutun verändern kann. So werden ihm eines Tages Glück, Zufriedenheit und Lebenssinn zuteil werden, wenn er bereit ist, in seinen Glauben zu investieren und dabei stark und standhaft zu bleiben. Denn durch Beharrlichkeit, Ausdauer und Kraft erlangt der Mensch letztlich Kontinuität, Stabilität und Sicherheit. Und genau diese Voraussetzungen müssen heute erfüllt sein, um in der schnelllebigen Welt des Wandels Glück und Zufriedenheit zu erlangen, die zu Freude und Lebenssinn führen.

Somit wandeln sich die Glaubensgrundsätze des modernen Individuums und führen zunehmend zurück zu den traditionellen Grundwerten des christlichen Glaubens. Das Prinzip “aus Vielfalt zur Einheit“ setzt sich durch. Denn auch wenn der moderne Mensch heute religiöse Werte verändert wahrnimmt und wertet, so kann er sich dennoch seinen Grundbedürfnissen nicht entziehen, die genau in diesen traditionellen christlichen Glaubenswerten begründet sind.

Christlicher Glaube und moralische Werteeinstellung in unserer Gesellschaft sind sinn- und orientierungsstiftend. Vor allem in unserer heutigen Welt des rasanten Wandels wird der Ruf nach Orientierung, Sicherheit und Lebenssinn lauter.

Auch wenn die meisten Menschen heute nach ihren eigenen Grundsätzen leben und handeln, so sind sie dennoch gefangen in ihrer eigenen Welt voller widersprüchlicher Gefühle und Defizite, die Unzufriedenheit und Vereinsamung nach sich ziehen. Denn bei ihrer ganzen modernen Lebensweise lassen sie außer Acht, dass genau der christliche Glaube seit Menschen Gedenken klare Grundregeln für ein fruchtbares soziales Zusammenleben geschaffen hat, dem zentrale Werte der Lebensorientierung zugrunde liegen. Auch die zehn Gebote Gottes sind dafür ein gutes Beispiel.

Gott hat den Menschen nicht für den Individualismus geschaffen, sondern um in einer funktionierenden sozialen Gemeinschaft zu leben und zu gedeihen. Das ist aber langfristig nur möglich, wenn wir nicht den Eigennutz in den Vordergrund unserer Lebensziele stellen, sondern uns dem gemeinschaftlichen Zusammenhalt verpflichten. Denn nur in einer gewachsenen Einheit, die aus unserer Vielfalt entsteht, können wir erfolgreich gedeihen und wichtige Entwicklungen auf den Weg bringen, die unserer Welt Gutes tun und sie für nachkommende Generationen bewahren und erhalten. Und der eigentliche Wert des Glaubens, der dazu führt, entsteht durch die geistige Haltung und Wahrung dieser Werte durch jeden Einzelnen von uns.

Vor allem sollten wir bedenken: eine Gemeinschaft mit moralisch verpflichtenden Grundwerten ist ein ungebrochenes Fundament des menschlichen Daseins und der Fortschrittlichkeit einer jeden Entwicklung. Sie wird auch in Zukunft für alles verantwortlich sein, was auf dieser Welt entsteht und insbesondere für das, was auf dieser Welt geschieht.

Glaube und Werte haben globale Relevanz. Genau deshalb wird es immer wichtiger, diese Werte zu vermitteln. Das möchten wir bei Donitatis mit unseren Beiträgen tun. So sollen sich Menschen auf bedeutsame christliche Feste und Ereignisse wie das Osterfest oder Weihnachten und seine Bräuche besinnen, die Relevanz christlicher Sakramente wie die Ehe und ihre hohe Bedeutung für unsere Gesellschaft verinnerlichen und vor allem den Glauben, der Berge versetzt, für sich selbst erfahren.

© Donitatis - Autoren: Rudolf Ruppel & Elisabeth Reuter