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Die Osterbotschaft der Auferstehung Jesu

Leid, Tod und Auferstehung – der Weg in ein neues Leben

Es ist das bedeutsamste Fest des Christentums. Ob katholisch oder evangelisch – das gesegnete Osterfest vereint alle Christen in ihrem elementaren Glauben. So wird das wichtigste Ereignis dieser Tage mit besonders festlichen Gottesdiensten begangen – selbst in den orthodoxen Kirchen: die Auferstehung von Jesus Christus nach seinem Leidensweg der Kreuzigung in Vollendung und Bekräftigung seiner heiligen Botschaften und Verkündungen.

Obwohl das Osterfest mit seinen Riten, Bräuchen und Symbolen neben seiner höchsten Glaubensstellung gleichzeitig zu den ältesten christlichen Feierlichkeiten gehört, sind weder die historischen Ereignisse noch die traditionelle Überlieferung der entscheidende Anlass für die feierliche Begehung dieser wichtigen Tage. Nein, nicht die Geschichte und auch nicht die Erinnerung an Jesus ist die wahre Verinnerlichung, die den Glauben der Menschen an das Osterfest prägt, sondern vielmehr das, was jeder für sich selbst dadurch erfährt.

Die Osterbotschaft

Es beginnt am Karfreitag – einem Tag, der einen ganz besonderen Leidensweg bezeichnet – einen Leidensweg zu einer bestimmten Stunde, den wir alle kennen und vor uns sehen. Ganz deutlich und klar. Im qualvollen Antlitz Jesu erfahren wir durch seinen Schmerz Leiden in unserem Leben, sehen unsere Sorgen, unseren Schmerz in dem Wissen, dass das irdische Leben endlich ist und wir eines Tages sterben werden. Der Tod betrifft jeden vor uns, er begleitet uns ein Leben lang, ist Gegenwart und Zukunft zugleich.

An Karfreitag spüren wir, dass wir den Tod nicht verdrängen können und auch nicht sollen, auch wenn wir manchmal Angst davor haben. Denn Gott trägt unser Leben auf Händen, begleitet unsere Wege und steht uns bei in den schwierigen Stunden – selbst den Tod können wir durch ihn überwinden, so wie Jesus es getan hat. Gott hat uns durch das Leiden und den Kreuzestod von Jesus vor Augen geführt, dass wir für das Leben bestimmt sind, durch das er uns trägt. Niemand von uns wird im Tod verbleiben, weil das nicht Gottes Wille ist. So wie er auch Jesus Christus nicht im Tod gelassen hat. Der Sieg des Lebens über den Tod im Antlitz der Göttlichkeit Jesu wird uns ebenso zuteil.  

Diese bedeutenden Augenblicke des Karfreitages und der darauffolgenden Ostertage spiegeln reale Ereignisse in unserem eigenen Leben wider, die wir jeden Tag neu erfahren. Das einzigartige Wunder der Auferstehung Jesu zeigt uns, dass jede Verzweiflung der Beginn eines neuen Lebens ist, das von hellem Licht getragen wird. Die Zeit des Leidens und unserer Tränen findet durch Gottes Kraft ein Ende und lässt uns im Zeichen der Hoffnung auf Leben zum inneren Frieden und zur Freude zurückfinden.   

Ein bewegender Höhepunkt des Osterfestes ist die Osternacht, die sich in der Nacht vom Karsamstag auf den Ostersonntag vollzieht. Sie wird in allen kirchlichen Gemeinden mit besonders festlichen Gottesdiensten begangen. Die Osternacht ist der Beginn einer neuen Zeit nach der Dunkelheit. Sie ist nicht wie andere Nächte. Denn Gott vollendet den großen Weg der Schöpfung, indem er das Licht über die Finsternis hebt und durch die Auferstehung von Jesus Christus den Tod besiegt. Das hell erleuchtete Leben ist das Symbol der Liebe Gottes, die allen Menschen auf dieser Welt gilt und alles Böse und Schlechte überwindet. In diesem Sinne ist die Auferstehung Jesu für alle Menschen ein neuer Anfang, der ihnen zeigen soll, dass sie immer und überall neu beginnen können und ihr Lebensweg ihnen immer offen steht. 

Die Bedeutung des OsterfestesBegleitet von liturgischen Gesängen, Gebeten und Lesungen beginnen die Feierlichkeiten der Osternacht in der dunklen Kirche, einzig erhellt vom Licht der Osterkerze. Die Osterkerze als richtungsweisendes Symbol des Lebens und der Göttlichkeit von Jesus Christus, die im Zeichen der biblischen Botschaft nach und nach im Bunde der christlichen Gemeinde von allen Menschen in dieser heiligen Nacht entzündet wird und sich immer mehr erhellt bis schließlich der Ruf „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden!“ die Kirche erfüllt und den ganzen Raum hell erleuchtet, ist in diesem Zusammenhang die Hoffnung, welche die Auferstehung von Jesus Christus für alle Menschen mit sich bringt. 

Durch die Ereignisse des Ostersonntags und Ostermontags erlangt das Osterfest schließlich seine entscheidende Bedeutung für den christlichen Glauben und die ganze Menschheit. Die Gottesdienste am Ostersonntag beginnen deshalb mit dem Ruf der Auferstehung und der Kundgebung der Begegnung Jesu mit vielen Menschen, die in den darauffolgenden Tagen folgte. Das Grab war leer. Auch fand sich dort kein Leichnam. Trotzdem hegten seine Jünger Zweifel an seiner Auferstehung, bis ihnen Jesus Christus auf dem Weg nach Emmaus erschien, das Brot brach und es ihnen reichte. Genau auf diese Botschaft des gemeinsamen Brotbrechens im Hinblick auf unser Verständnis von Christus und die Ereignisse will uns der Ostermontag besinnen. 

Jesus will allen Menschen den rettenden Glauben bescheren und sie auf den rechten Weg führen. Er will sie befreien von ihrer Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit und ihnen Augen und Herzen öffnen für seine Liebe und Wunder, auf das sie nach dem Tode in ein neues Leben eintreten. 

Das Osterfest mit der großen Bedeutung der Auferstehung Jesu hat wie kein anderes Ereignis den christlichen Glauben geprägt. Mehr noch: es bewegt die ganze Welt. Das einzigartige, leibhaftige Wunder aller Wunder, das der lebendige Gott auf ewig vollbrachte, indem er Jesus für immer aus dem Reich der Toten in das Licht des Lebens führte. Gott will das Leben – in diesem Sinne ist die Auferstehung das zentrale Fundament des christlichen Glaubens. Im Sieg der Wahrheit, Gerechtigkeit, Leben und Liebe über Lüge, Unrecht, Tod und Hass überwindet der Glaube alles menschlich Denkbare auf der Welt. 

Lassen wir das gesegnete Osterfest auch in diesem Jahr erneut in unsere Herzen einkehren und mit Freude auf das Wunder der Auferstehung von Jesus Christus blicken. Möge er allen Menschen auf dieser Welt beistehen, die seiner Hilfe bedürfen und ihre Wege hell erleuchten, wenn sie von Dunkelheit erfüllt sind. Denn wenn die Menschen heute Gott hören und empfangen, werden sie wie der auferstandene Jesus, die Herrlichkeit des Lichts in einem neuen Leben erblicken.    

© Donitatis - Autor: Elisabeth Reuter