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Traditionen und Bräuche des Weihnachtsfestes

Das Weihnachtsfest blickt auf eine lange Tradition zurück

Weihnachtsfest und BräucheAlle Jahre wieder bei Tannenduft und leuchtenden Kerzenschein, wunderschönen Geschichten und Liedern, erfreuen wir uns an der Advents- und Weihnachtszeit.

Trotz der heutigen Kommerzialisierung ist Weihnachten als das Geburtsfest von Jesus Christus und der besonderen Offenbarung der Menschwerdung Gottes immer noch die schönste Zeit des Jahres. Denn die Weihnachtszeit birgt mit ihrer faszinierenden, geheimnisvollen Stimmung und Festlichkeit eine symbolische Kultur mit traditionellen Sitten und Gebräuchen, die bis heute noch sehr verbreitet sind.

Mit weitreichenden historischen Hintergründen, einer einzigartigen Mythologie und konfessionellen sowie rituellen Prägung hat das Weihnachtsfest durch seine Symbolik und besondere Bedeutung ganze kulturelle Welten miteinander verbunden. Ein religiöses Fest, das nachhaltige Werte wie Zusammenhalt, Hoffnung und Frieden in den jeweiligen Völkerkulturen auf der ganzen Welt verbreitet und sie durch das gemeinsame Ritual der Festlichkeit alljährlich enger zusammenwachsen lässt.

Das Kerzenlicht als Symbol des Lichtes, das die ganze Welt erleuchtet

Das Licht der Kerze wird nicht nur zu christlichen Festen in der Kirche entzündet, sondern schmückt den Adventskranz und den Weihnachtsbaum. Das Kerzenlicht, bezeichnend für die Verbindung Gottes mit den Menschen, der sie durch die Dunkelheit zum Licht führt und über die Finsternis siegt, übt eine ganz besondere Faszination aus. Bereits in der Adventszeit verbringen wir gerne unsere Zeit vor der brennenden Kerze.

Magisch angezogen von ihrem angenehmen und geheimnisvollen Licht, das uns sanft durchströmt und von innen liebkost, kehrt in uns innere Ruhe und Frieden ein. Denn das Licht der Kerze ist ein ganz besonderes Licht, in dem wir uns selbst wahrnehmen und uns Gott offenbaren. Im Scheine des Kerzenlichts erfüllt Gott unser Herz mit seiner tiefen Liebe. Es die ewig währende Liebe, welche aus der Kraft einer göttlichen Quelle strömt und stärker ist als jedes andere menschliche Gefühl auf Erden. So ist die zum Himmel emporsteigende Flamme der brennenden Kerze auch Symbol für unseren Glauben und unsere Gebete, damit Licht in unser eigenes Leben und in unser aller Herzen einkehrt.

Die Kerze ist die Quelle des Lebens und der Liebe. Wenn wir sie jedes Jahr zur Advents- und Weihnachtszeit entzünden, erinnert sie uns stets an das Ereignis der Menschwerdung Gottes durch Jesus Christus. Und in der dunklen Jahreszeit des Winters bringt das leuchtende Licht der Kerze neue Hoffnung, Wärme und Zuversicht auf die helleren Tage, die wieder neues Licht in unsere Welt einkehren lassen.

Der geschmückte Weihnachtsbaum im ewigen Glanze als Frucht des Lebens

Der traditionelle Brauch, zu Weihnachten einen geschmückten Tannenbaum aufzustellen, entwickelte sich etwa im 16. Jahrhundert und ist heute in ganz Europa als Mittelpunkt des Weihnachtsfestes verbreitet. Die Geschichte des Weihnachtsbaumes geht auf einen alten Brauch zurück, nach dem es bei vielen Völkern üblich war, grüne Tannenzweige in den Häusern aufzuhängen, um Unheil oder böse Geister abzuwenden. Dabei galt das immerwährende Grün des Tannenbaumes, der selbst der kältesten Winterzeit trotzen konnte, als Symbol für die göttliche Kraft des Lebens.

In der christlichen Tradition wurden die Häuser mit den wintergrünen Zweigen geschmückt, um die Wärme und das Licht von Jesus Christus zu empfangen und Hoffnung auf neues Leben zu schöpfen. Der Tannenbaum, der zur Weihnachtszeit durch seine göttliche Kraft die Früchte des Lebens brachte, symbolisiert heute als Weihnachtsbaum die Fruchtbarkeit und Quelle des Lebens. In den ursprünglichen Krippenspielen galt er als Lebens- oder Paradiesbaum. Später fand sich der Weihnachtsbaum in Form eines geschmückten Baumes im Kerzenschein als elementarer Bestandteil einer jeden Weihnachtsfeier.

Im leuchtenden Glanz der Kerzen und des dekorativen Weihnachtsschmuckes versammelt sich die ganze Familie an Heiligabend rund um den Weihnachtsbaum und die Weihnachtskrippe, um das Weihnachtsfest zum Gedenken an die Geburt von Jesus Christus zu feiern. An diesem Abend werden häufig Weihnachtslieder gespielt oder selbst gesungen. Manchmal werden dazu auch weihnachtliche Geschichten oder Gedichte verlesen.

Weihnachtskrippe und Krippenspiele als ursprünglichste aller Weihnachtsbräuche

Die Darstellung der traditionellen Szene aus der Weihnachtsgeschichte in Form der Weihnachtskrippe findet sich überall auf der Welt zum Weihnachtsfest. Zahlreiche Weihnachtskrippen schmücken in der Adventszeit unsere Schaufenster, Kirchen und Häuser. Als künstlerische Darstellungen in Form verschiedenartiger Figuren wird die Geburt Jesu in einer Futterkrippe im Stall zu Bethlehem wunderschön und sehr anschaulich dargestellt. Weihnachtskrippen unter dem Weihnachtsbaum sind inzwischen als hübsche Dekoration mit einem ausgeprägten Symbolcharakter vom alljährlichen Weihnachtsfest nicht mehr wegzudenken.

Ein weiterer Höhepunkt zu Weihnachten sind in diesem Zusammenhang die Krippenspiele. Das bedeutsame Ereignis der Geburt Jesu wird zum Weihnachtsfest in traditionellen Krippenspielen aufgeführt. In einer ausgeprägten Phantasie und Kreativität wird die Weihnachtsgeschichte mit begleitenden Liedern und Gesang wie „Stille Nacht, heilige Nacht“, sehr anschaulich inszeniert. Die Aufführung der Krippenspiele erfolgt zumeist an Heiligabend gegen Nachmittag und wird in der Regel von Kindern aus dem Kindergarten oder Jugendlichen im Kommunions- oder Konfirmationsalter vorgetragen. Krippenspiele erfreuen sich sehr großer Beliebtheit. Insbesondere Familien mit jungen Kindern besuchen häufig auch mehrere Krippenaufführungen.      

Kirchlicher Gottesdienst in besonderer Atmosphäre

Die Teilnahme an Gottesdiensten, um das Wort des lebendigen Gottes mit seinen wundervollen Liedern, Gebeten und Ausdrucksformen zu vernehmen, ist auch heute noch für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil des Weihnachtsfestes. In der besonderen Atmosphäre des Gottesdienstes begegnen Menschen einander im Bunde der christlichen Gemeinde, um zusammen mit anderen Menschen Weihnachten zu feiern und gemeinsame Lieder zu singen. Zu den beiden Gottesdiensten Christvesper und Christmette, die an Heiligabend stattfinden, werden Texte aus der Bibel zur Geburtsgeschichte von Jesus Christus verlesen. Diese weihnachtlichen Gottesdienste sind oft sehr musikalisch und meditativ gestaltet.     

Leckeres Weihnachtsessen und festliche Menüs

Zum traditionellen Weihnachtsfest gehört ebenfalls ein gemeinsames und üppiges Festmahl im Bunde der Familie, das als besonderes Gericht aufwendig zubereitet wird. Neben den bekannten süßen Speisen wie Christstollen oder Weihnachtsplätzchen, kommen die klassischen Gerichte wie die knusprige Ganz, der Weihnachtskarpfen oder Würstchen mit Kartoffelsalat auf dem Tisch. In manchen Regionen Deutschlands begnügt man sich mit einfachen Gerichten und Kleinigkeiten wie beispielsweise Eintopf. Das traditionelle Weihnachtsmahl wird dann erst später am ersten oder zweiten Weihnachtstag serviert.

Geschenke als Ausdruck des Friedens und der Versöhnung

Zu guter Letzt ist Weihnachten natürlich auch wegen der Geschenke beliebt. Über die materielle Bedeutung hinaus gehört das Weihnachtsfest zu den wichtigsten Anlässen, um gegenseitig Geschenke auszutauschen. Denn die Weihnachtsgeschenke stehen für die große Freude, die mit der Geburt von Jesus Christus einhergegangen ist. Sie sind Symbol für die Liebe Gottes, der sich selbst den Menschen geschenkt hat, um sie alle zu versöhnen und in Frieden zu vereinen. In diesem Sinne soll die Weihnachtszeit die Menschen anregen, ihre gegenseitigen Beziehungen zu stärken oder zu erneuern.

Im christlichen Glauben symbolisiert die weihnachtliche Bescherung das Leben und die Würde, die Gott den Menschen in Vergebung ihrer Sünden geschenkt hat. In diesem Sinne ist Weihnachten auch ein idealer Anlass, mit besonderen Weihnachtsgeschenken Liebe und Verbundenheit gegenüber Familie, Freunden oder Bekannten zum Ausdruck zu bringen. Die weihnachtliche Bescherung vollzieht sich traditionell an Heiligabend im strahlenden Licht des Weihnachtsbaumes. Sie lässt nicht nur die Herzen der Kinder vor Aufregung höher schlagen, sondern auch unsere Augen jedes Jahr immer wieder aufleuchten.    

© Donitatis - Autor: Rudolf Ruppel