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Religion und Glauben spielen heute eine noch größere Rolle

Die Bedeutung christlicher WerteDer christliche Glaube im modernen Zeitalter

In den letzten Jahrzehnten hat die innere Geisteshaltung zu religiösen Werten und zum christlichen Glauben einen kontinuierlichen Verfall erfahren, der sich bis heute fortsetzt. So werden Menschen, die aus einer persönlich verinnerlichten und überzeugten Haltung heraus nach festen Prinzipien handeln, immer seltener. Und sie werden immer seltener, weil die Grundlage für moralische Werte zunehmend verfällt und verloren geht.

Wenn heute Menschen Regeln aufstellen sollen, die für sie selbst ihre Geltungsbasis verloren haben oder die sie nicht einmal im Kreise ihrer eigenen Familie erfahren haben, wie sollen sie dann Vorbilder für ihre Kinder sein und ihnen den rechten Weg weisen? Der moralische Werteverfall und Werteverlust setzt sich dann über Generationen fort. Eine unaufhaltsame Entwicklung.  

Gott existiert heute für viele Menschen nicht. Sie leben so, als ob es Gott nicht gebe. Auch wollen sie sich gar nicht mit dem Glauben beschäftigen. Die lesen keine religiösen Bücher, kümmern sich nicht um den Religionsunterricht ihrer Kinder und besuchen auch nicht die Kirche. Kirchliche Sakramente wie Taufe, Hochzeit und Beerdigung werden als Nebensächlichkeiten gesehen und für vorteilhafte finanzielle oder soziale Belange in Anspruch genommen.

Aus der heutigen modernen Industriegesellschaft ist eine digital vernetzte Konsumwelt entstanden, in der alles einfach, bequem und günstig zugänglich ist. Materiell, leistungs- und genussfreudig geben sich die Menschen dieser Welt hin. An ihren individuellen Interessen orientiert, suchen sie darin ausschließlich eigene Vorteile. Die Informationsflut der Massenkommunikation durch Presse, Radio und Fernsehen mit moralisch bedenklichen Unterhaltungsformen, Darstellungen und Meinungen hat Freiräume für Neues oder die Vertiefung bestimmter Themen genommen. In der Konsequenz entwickeln sich Bedeutungsverlust und eine emotionale Abstumpfung.

Anstatt über ihr Verhältnis zum Leben, zu ihren Mitmenschen, zur Wahrheit oder über ihre Arbeit nachzudenken, definieren die Menschen heute das Leben als reinen Genuss. An die Stelle moralischer Grundsätze einer sozialen Gemeinschaft treten Urlaube, Partys und das Vergnügen: sich noch besser fühlen, noch schöner sein und noch mehr aus seinem Leben machen. Immer höher, immer weiter, immer schneller.

Die sich in einer rasanten Geschwindigkeit vollziehenden Veränderungen in allen sozialen Lebensbereichen, der Optimierungsdrang und die schnelle Befriedigung führen dazu, dass die Menschen zunehmend orientierungsloser und unzufriedener werden. Auch die äußeren Umstände ständiger Veränderungen in der Arbeitswelt, die in den letzten Jahren zu einem vermehrten Arbeitsplatz- und Wohnortwechsel geführt haben, treiben die Menschen wie Nomaden umher und bringen sie von ihren festgelegten Fundamenten ab. Sie verlieren die vertraute Lebensgrundlage und dadurch immer mehr die Kontrolle über ihre überlastete Psyche. Der eigentliche Sinn des Lebens geht verloren.

Noch nie waren die Menschen derart mit sozialen, psychologischen und physischen Problemen behaftet wie in der heutigen modernen Welt. Denn Gott hat die Menschen nicht geschaffen, um als einsame Einzelgänger durch den Wirrwarr einer globalisierenden technischen Welt zu irren. Er hat sie als Mann und Frau geschaffen, damit sie sich geistig und leiblich ergänzen und in einer natürlichen Gemeinschaft zusammenwirken und gedeihen können.

Die Natur lässt sich nicht überlisten, auch durch den Menschen nicht. Der Mensch ist von Natur aus auf Geborgenheit und Nähe angewiesen. Instinktiv sucht er sein ganzes Leben lang nach Liebe, Zuneigung und Sicherheit. Beobachtet man die rasante Entwicklung der ganzen Partner-, Single- und Kontaktbörsen im Internet, wird mehr als deutlich, dass sich die Gesellschaft vor dem Hintergrund ihres Anspruchdenkens in Vereinsamung ihrer selbst immer mehr entfremdet. Nicht nur, weil die Menschen den unnatürlichen Weg gehen sich auf einen Markt zu begeben, um einen Partner zu finden, der alle ihren eigenen Ansprüche erfüllen soll, sondern auch, weil es ihnen im Grunde nicht wirklich um einen Partner für eine gemeinschaftliche Beziehung geht. Vielmehr stehen die eigenen Interessen und ihr Egoismus dabei klar im Vordergrund. Und wenn derjenige nicht in das persönliche Bild passt oder die ersten Probleme auftreten, kann man sich im Austausch gleich den nächsten, besseren Partner suchen, mit dem man es leichter hat. 

Im Mittelpunkt des Lebens und der Zufriedenheit stehen jedoch nicht der Genuss, der Spaß oder das Vergnügen, die man leicht und ohne eigenen Aufwand erlangen kann. Der wahre Sinn ist das Glück. Und Glück ist das Ergebnis von Einsatz, Anstrengung und Aufbau. Es ist das Leben in einer Gemeinschaft mit einem Partner, einer Familie und die Besinnung auf die Bedeutung unmittelbarer zwischenmenschlicher Nähe, Fürsorge und Verantwortung im Kreise seiner Mitmenschen.       

So wie die Liebe Gottes, die allen Menschen gilt, gilt auch für uns, den liebsten Menschen zu lieben, zu achten und stets für ihn da zu sein. Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass er uns als das wertvollste und größte Geschenk im Leben zuteil wird. Denn der Mensch, den wir lieben, ist unser Fundament. Dort finden wir Ruhe und Frieden vor den ganzen Alltagsproblemen und Sorgen. Er ist das Zentrum unserer Geborgenheit. Unser Glück. Mit ihm gemeinsam den Lebensweg zu gehen, gibt uns einen wahren Sinn.

So wie Gott die Wahrheit ist, frei von Irrtum und Lüge, soll auch das Leben liebender Menschen von Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit geprägt sein und ihre Treue und Zuverlässigkeit stets zur Gemeinschaft der partnerschaftlichen Verbundenheit gehören.

Nein, die Menschen sind nicht geschaffen, um als Individuum mit ihren eigenen Interessen zu leben, sondern für das Leben in einer Gemeinschaft, um auch an andere zu denken und für sie da zu sein. Sie wurden hineingeboren in eine Familie im Bunde ihrer Mitmenschen, die ihre Treue und Verpflichtung fordern.

Deshalb gibt es gerade in unserer heutigen Welt nichts, dass so nötig geworden ist wie der Glaube. Vor allem die Vermittlung und Wahrung christlicher Werte ist für Menschen fundamental.

Der Glaube verbindet alle Menschen und führt sie auf den Pfad eines sinnvollen Lebens mit innerer Zufriedenheit.

Der Glaube versetzt Berge, wenn man auf Gott vertraut.

Der Glaube führt zum wahren Glück. Wer glaubt, ist stets auf das Gute bedacht.

Wer auf das Gute bedacht ist, öffnet sich für seine Mitmenschen und tut ihnen gleichfalls Gutes. Wer glaubt, wird eines Tages belohnt. Denn er wird auch Gutes von seinen Mitmenschen erfahren.

Vor allem trägt der Glaube nachhaltig zu einer besseren Welt bei, weil er dabei hilft, das Gute darin zu entfalten. Und genau das haben wir heute so nötig wie noch niemals zuvor.    

© Donitatis - Autoren: Rudolf Ruppel & Elisabeth Reuter